Bodenkampf

Sich mit dem Thema Bodenkampf auseinander zu setzen ist für jeden Kampfkünstler ein absolutes Muss. Hier gelten andere Regeln als beim Kampf im Stand.

Der natürliche Instinkt verleitet einen Menschen dazu, bei einem Angriff die Situation verlangsamen zu wollen, indem er versucht, den Gegner zu greifen. Dadurch ist es meist sehr leicht geworfen zu werden. Ab dem Wurf ist der Übergang in den Bodenkampf nahtlos.

In einem realen Faustkampf kommt es leicht zu einer Rangelei, bei der einer der Kontrahenten zu Boden geht. Doch der Kampf endet auf der Straße nicht damit, dass einer der beiden auf dem Boden liegt.

Im Straßenkampf neigen Angreifer dazu, Personen die am Boden liegen mit Fußtritten weiter zu malträtieren, oder sogar mit Fauststößen weiter auf den am Boden liegenden einzuschlagen. Wer keine Kenntnisse darüber hat, wie er sich in so einer Situation verhalten muss, geschweige denn sich vorher schon mal in so einer Situation befunden hat, ist überfordert und unterliegt mit großer Wahrscheinlichkeit.

Das Clinchen, Werfen und der Bodenkampf sind Bestandteil dieses Seminars. Dabei sollen die wesentlichen Bestandteile vermittelt werden, welche den Anwender in die Lage versetzen, sich im Bodenkampf richtig zu verhalten. Es wird auf die häufigsten Fehler eingegangen und auf die wichtigsten Techniken, sich aus Bodenkampfsituationen zu befreien.

Wie im Vollkontaktsport werden möglichst wenig Beschränkungen durch Regeln verwendet, um die Bodenkampfsituationen möglichst realitätsnah zu trainieren.

Im Bodenkampf kommen unterschiedlichste Techniken zum Einsatz. Schlag- und Tritttechniken als auch Bodenkampftechniken des K.A.F sind Bestandteil der Bodenkampfausbildung. Auch Techniken aus anderen Kampfkünsten werden benutzt.

Dass im Bodenkampf geschlagen und zum Teil getreten werden darf, ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu vielen anderen Vollkontaktsportarten. Doch entspricht auch gerade dieser Unterschied eher der Realsituation.

Der Fokus liegt in einem Bodenkampf nicht nur darauf, sich gegen Attacken zu schützen, sondern in erster Linie auch darauf, Attacken abzuwehren, um sich schnell wieder aufrichten zu können. Derjenige, der am Boden liegt hat meistens schlechte Karten. Raum schaffen und aufstehen steht hier im Vordergrund.

Ist eine echte Bodenkampfsituation entstanden, bei der beide auf dem Boden liegen, kommen neben Fauststößen und Hebeltechniken auch Beinarbeit und Würgegriffe verstärkt ins Spiel.